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Begegnungen auf Augenhöhe

Was ist Wertschätzung? Gibt es eine Definition dafür? Ist sie erlernbar? Wertschätzung ist die innere Haltung einer jeden Person, sie zeigt die Einstellung einer Persönlichkeit und prägt unseren Charakter. Bin ich aufmerksam und achtsam gegenüber meinen Mitmenschen, fühlen sie sich gesehen und sehen auch mich. Somit wird das Selbstbewusstsein gestärkt und ein Gefühl der Wärme rund ums Herz entsteht.

Klingt eigentlich relativ leicht? Doch warum wird dann immer weniger Rücksicht auf einen wohlwollenden Umgang miteinander genommen und nehmen psychische Erkrankungen zu? Begriffe wie Selflove & Selfcare, Selbstwert und Selbstbewusstsein sind in aller Munde, doch um ein positives Bild von sich selbst zu entwickeln, ist es wichtig auf Resonanz zu stoßen. Die Entstehungsgrundlage liegt in unserem Umfeld – psychodramatisch gesprochen in unserem sozialen Atom. Die positive Seite der Abhängigkeit. 

Wertschätzungsmangel kann eine Ursache psychischer Störungen wie Selbstwertzweifel, Suchterkrankungen oder Burn-out Syndrom sein. Nicht umsonst werden mehr Menschen depressiv oder ängstlich, beginnen sich zu isolieren und reagieren mit psychosomatischen Beschwerden. 

Warum haben Kinder plötzlich Bauchschmerzen ohne medizinischen Befund oder flüchten in die Internetwelt? Wie soll eine Liebesbeziehung funktionieren, wenn kein wertschätzender Umgang gegeben ist? Kritik wird aus dem Weg gegangen, jeder lebt versteckt in seiner eigenen Welt und doch alle irgendwie gemeinsam. Kritik ist gut annehmbar und konstruktiv, wenn der Umgang miteinander wohlwollend ist und nicht als Angriff dient. 

Ein Mangel an Zuwendung und Zärtlichkeit….obwohl wir das Gefühl von Zugehörigkeit so sehr genießen und brauchen. 

Wir Menschen sind soziale Wesen und auf all die genannten Punkte wie Anerkennung, Beachtung und Wertschätzung angewiesen – sie bestärken uns in unserem Selbst. Empathie – das Einfühlen in eine andere Person – kann nicht durch Roboter oder Computer ersetzt werden. Auch nicht die Begegnung zwischen Personen und das, was dabei im Moment entsteht. Bedingungslose Wertschätzung und Einfühlung sind die Grundlagen einer jeden therapeutischen Haltung – nur so ist der Weg für eine Entwicklung frei. 

Hier noch eine kleine Anregung, die Sie in Ihrem Alltag ausprobieren können: 

Beobachten Sie Ihr eigenes Verhalten – wie begegnen Sie anderen Menschen am Weg zur Arbeit? Gibt es Personen, denen Sie regelmäßig über den Weg laufen? Versuchen Sie, Personen Aufmerksamkeit und Beachtung zu schenken und seien Sie gespannt, was sich bei Ihnen verändert.

Literaturempfehlung: 
Bauer, Joachim (2008): Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren. München: Wilhelm Heyne Verlag 
Haller, Reinhard (2019): Das Wunder der Wertschätzung. Wie wir andere stark machen und dabei selbst stärker werden. München: Gräfe und Unzer Verlag GmbH 

Enthaltene Themen:

SelbstbewusstseinWertschätzungPsychotherapieSelflove

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